Behindertengerechtes WC: Woran muss man denken?

Zur Gestaltung eines barrierefreien Badezimmers gehört es auch, das WC behindertengerecht zu bauen. Hierfür muss nicht nur die Sanitäranlage selbst entsprechend geplant, sondern beispielsweise auch der Fliesenboden angepasst werden.

Barrierefrei bauen bedeutet vor allem die Benutzbarkeit des Badezimmers ohne störende Schwellen, ohne unebene Übergänge und auf einem ausreichend rutschfesten Boden zu ermöglichen. Diese Maßnahmen des barrierefreien Bauens mit Fliesen bilden die unumgängliche Basis umfangreicher baulicher Veränderungen, zu denen auch das Anpassen der Toilette an behindertengerechte Maßstäbe gehört. Die Höhe des WC-Sitzes spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie genügend Bewegungsraum um die Toilette herum oder ausreichend vorhandene Haltegriffe. Für öffentliche und gewerbliche Gebäude gibt es genaue Vorschriften bezüglich der Gestaltung barrierefreier Sanitäranlagen; in Privathaushalten dagegen können diese Normen als Vorbild genommen werden, um entsprechend der eigenen Bedürfnisse das WC behindertengerecht zu bauen. Fliesenleger.net erklärt, was Sie im Einzelnen tun können, um den Alltag für alle Hausbewohner so komfortabel wie möglich zu gestalten.

Planen Sie umsichtig, bevor Sie das WC behindertengerecht bauen!

Mit der Planung beginnt bereits einer der wichtigsten Schritte der barrierefreien Gestaltung eines Badezimmers. Sowohl im Neubau als auch beim Umbau einer Bestandsimmobilie sollte zunächst vor allem der Raumbedarf genau festgelegt werden. Um beispielsweise das Befahren des Bades mit einem Rollstuhl zu ermöglichen, muss zum einen die Tür mindestens 90 Zentimeter breit sein. Zum anderen ist es vor allem der notwendige Bewegungsradius um die Toilette und sonstige Sanitäranlagen herum, der maßgeblich die Gestaltung des Raumes beeinflusst. Um ein WC behindertengerecht nach DIN-Normen bauen zu können, müssen folgende Raummaße eingeplant werden:

  • mindestens 95 Zentimeter Breite und 70 Zentimeter Tiefe auf beiden Seiten der Toilettenschüssel
  • 150 Zentimeter Breite und 150 Zentimeter Tiefe vor der Toilettenschüssel
  • auf beiden Seiten der Toilettenschüssel muss Raum für Haltegriffe sein, die in 85 Zentimeter Höhe und mit einem Abstand von 70 Zentimetern voneinander angebracht werden. Sie sollen 15 Zentimeter über die Vorderkante der Toilettenschüssel hinausragen.

Des Weiteren ist neben dem genügend großen Bewegungsraum ein möglichst rutschfester Boden ohne jegliche Unebenheiten vonnöten. Fliesen sind hierfür besonders gut geeignet: Sie sind in verschiedenen Rutschhemmungsklassen erhältlich, lassen sich zu einem vollkommen ebenmäßigen Bodenbelag verlegen, sind leicht zu reinigen und zudem äußerst dekorativ. Ein professioneller Fliesenleger hilft Ihnen, die passenden Fliesen für Ihre Zwecke auszuwählen, und übernimmt die fachgerechte Bodengestaltung für ein rundum gelungenes Endergebnis.

Das WC barrierefrei gestalten

Wenn Sie ein WC behindertengerecht bauen möchten, muss die Toilette selbst natürlich ebenfalls gewissen Anforderungen entsprechen. Dies gilt sowohl für an der Wand angebrachte wie auch auf dem Boden stehende Anlagen. So muss vor allem die WC-Höhe behindertengerecht idealerweise auf 48 Zentimeter einschließlich des Toilettensitzes geplant werden. Dies ist durch den Einbau eines entsprechend gebauten Modells oder einer höhenverstellbaren Toilette möglich.
Außerdem schreibt die DIN-Norm für barrierefreie Bäder vor, dass 55 Zentimeter hinter der Vorderkante der Toilette eine Möglichkeit, sich anzulehnen, bestehen muss. Des Weiteren sollten sowohl der Toilettenpapier-Halter als auch die Spültaste derart angebracht werden, dass sie mit beiden Händen zu erreichen sind, ohne dass die Sitzposition verändert werden muss. Für einen andauernden Komfort auch nach dem Toilettengang sollten natürlich auch Waschbecken, Seifenspender, Handtuchhalter oder Handtrockner und Ähnliches gut erreichbar montiert sein. Weiterführende Informationen zur barrierefreien Umgestaltung eines Badezimmers, beispielsweise durch den Einbau eines praktischen Duschsitzes, finden Sie hier auf unserem Fachportal.

Intelligente Toilette

Moderne Technik macht das barrierefreien Bauen immer einfacher. So gibt es elektrisch höhenverstellbare Toiletten, die auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Benutzers angepasst werden können. Meist sind sie durch eine Funksteuerung bedienbar, auch eine Sprachsteuerung ist möglich. Solche WCs können auch nachträglich eingebaut werden und sind sowohl für die Aufputz- als auch die Unterputzmontage geeignet.
„Intelligente“ WCs können über mechanische Systeme auch die Umplatzierung vom Rollstuhl auf den Toilettensitz erleichtern oder mit schwenk- und steuerbaren Haltegriffen das Aufstehen und Setzen sichern. Zudem gibt es selbstreinigende Systeme, die für stete Hygiene sorgen, ohne dass ein Mehraufwand für den Benutzer entsteht.

TIPP:

Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass der Sitz stufenlos verstellbar ist. Da zudem die Höhenverstellung bei den Modellen nicht einheitlich ist, informieren Sie sich, ob die maximal einstellbaren Stufen Ihren Bedürfnissen entsprechen.

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